Geschichte des Museums

Das Blaskovich Museum in Tápiószele ist das einzige KURIENMUSEUM des Landes, das den 2. Weltkrieg auch mit seiner Einrichtung unbeschädigt überstand.
In der Mitte des auch botanisch interessanten Parks steht die 1906 im klassizistischen Stil erbaute Kurie. Dieses kleinadelige Herrenhaus kaufte GYÖRGY BLASKOVICH (1878-1960), der eine juristische, und sein Bruder JÁNOS BLASKOVICH (1883-1967), der eine landwirtschaftliche Akademie absolvierte. Die Geschwister zogen 1912 nach Tápiószele.
Die Geschichte des Museums von Tápiószele setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die eine ist die archäologische Tätigkeit der Brüder. Auf ihre Initiative begann das Nationalmuseum 1923 jene Ausgrabung, in deren Verlauf in Tápiószentmárton auf dem sich neben der Straße nach Sőreg erhebenen Hügel aus einem fürstlichen Grab der Skythenzeit der berühmte „goldene Hirsch”, die im Feuer vergoldete, hirschförmige Elektron-Schildverzierung gefunden wurde. Während ihrer archäologischen Forschungen stießen sie auch auf das skythische Gräberfeld von Tápiószele, wo die Archäologen des Nationalmuseums zwischen 1938 und 1953 Ausgrabungen durchführten. Zum Schutz der hier gefundenen Gegenstände organisierte man 1947 in der Blaskovich-Kurie die SAMMELSTELLE DES UNGARISCHEN NATIONALMUSEUMS.

Die zweite Komponente im Entstehen des Museums ist die Leidenschaft der Familie Blaskovich zum Kunstsammeln, deren Beginn bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurückreicht und mit dem Namen des Großvaters Gyula Blaskovich (1809-1850) verbunden ist. Man schrieb den Frühling 1848, als er als Vizegespan des Komitats Heves aus dem Nachlaß des verstorbenen Erzbischofs János László Pyrker Gemälde und Stiche kaufte. Nachdem er im Tausch -gegen Landbesitz- von seinen Geschwistern auch die „Antiquitäten” der Familie erhielt, legte er den Grundstein für die Blaskovich-Sammlung. Mit seinem Tod hinterließ er die Kollektion seinem Sohn Gyula (1843-1911), der das Erbe seines Vaters noch weiter vermehrte. Die wertvollsten Stücke seiner Kunstsammlung wurden 1889 in der historischen Ausstellung von Nagybánya und auch 1896 in der Hauptgruppe der historischen Millenniumsausstellung in Budapest ausgestellt. Seine Söhne György und Gyula vermehrten das verebte Material mit wissenschaftlicher Arbeit noch weiter. In ihrem ganzen Leben war es für sie wichtig, daß die Familiensammlung zusammen, und gleichzeitig in Tápiószele bleibt. Mit der Hilfe des Nationalmuseums gründeten sie durch die Umgestaltung der Sammelstelle des Museums 1952 das MUSEUM VON TÁPIÓSZELE. Die Leiter des Instituts waren bis zu ihrem Tode die Brüder Blaskovich. Zum Gedenken an die Gründer der öffentlichen Sammlung und an deren Sammler trägt das BLASKOVICH MUSEUM ihren Namen.